Mama schafft alles! – Bis sie nicht mehr kann…

Mama schafft alles! – Bis sie nicht mehr kann…

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Eigentlich erschreckend, dass mir sofort mehrere Themen für Blogartikel einfielen, als ich das Thema der Blogparade von Isabel Falconer „Mama ausgebrannt – Wege aus der Krise“ sah! Als Beraterin und Entspannungspädagogin ist das Ausgebrannt sein von Müttern ein sehr präsentes Thema in meiner Arbeit. Aber auch persönlich umgibt mich das Thema durch „ausgebrannte“ Freundinnen sowie in der Vergangenheit bei mir.

Also musste ich mich entscheiden, was dies für ein Blogbeitrag wird? Schreibe ich aus meiner Praxis? Über die Probleme einer Freundin? Oder wird dies ein ganz persönlicher Artikel über mein eigenes Ausgebrannt sein?

Ich habe mich für die persönliche Variante entschieden! Denn auch wenn mein Zusammenbruch vor 10 Jahren damals ganz furchtbar war, hat sich daraus so viel Gutes entwickelt. Mit meinem heutigen Wissen bin ich froh, dass ich nicht noch länger durchgehalten habe!

Doppelbelastung?  Ich kann noch viel mehr! – Dachte ich…

Der Zusammenbruch vor zehn Jahren hat sich natürlich aus den Jahren davor entwickelt. Wie sah mein Leben aus vor 10 Jahren? Ich studierte Englisch und Theologie auf Lehramt, war verheiratet, hatte einen fast 2-jährigen Sohn, arbeitete als Sozialberaterin für Studierende mit Kind und gleichzeitig noch in dem Zeitungsvertrieb meiner Eltern, war Kinderschwimmtrainerin, gab Konfirmationsunterricht, engagierte mich im Vorbereitungsteam der Familienkirche, war Elternvertreterin in der Kita, war Tochter, Schwester, Freundin und Nachbarin – immer darauf bedacht nett und freundlich zu sein und meinem Kind die bestmögliche Mutter und eine gute Partnerin für meinen Mann und jeder Zeit bereit zum Helfen und, und, und… Wenn man mal durchzählt: 12 unterschiedliche Lebenshüte und wahrscheinlich habe ich sogar noch einige vergessen.

Das kann nicht ewig gut gehen! Bei mir waren es zwei der berühmten Tropfen, die mein Fass zum Überlaufen brachten: Der erste war ein Wasserschaden in unserer gerade neu bezogenen Wohnung – die Waschmaschine lief aus während ich bei der Wohnungsübergabe der alten Wohnung war und das Wasser lief durch die Wohnung der Nachbarn unter uns bis in den Keller. Der zweite Tropfen war der Küchenbrand in der neuen Wohnung, nur eine Woche nachdem die Trocknungsmaschinen von dem Wasserschaden abgebaut und der Fußboden neu verlegt war. Wir mussten eine Woche ausziehen, wieder Trockenlegung, Gespräche mit Versicherungen, Handwerkern, den armen Nachbarn, die wieder alles live miterlebt hatten.

Burnout! Nichts ging mehr!

Ich konnte nicht mehr! Am liebsten hätte ich die ganze Zeit nur geweint, mich in mein Schneckenhaus verkrochen und wäre nie wieder herausgekommen. Mein Körper machte nicht mehr mit, war nur noch erschöpft. Für mein Kind war ich da, alle anderen Bereiche wurden nicht mehr bedient. Kochen, Wäsche, ein bisschen Haushalt, mich um das Kind kümmern – mehr war nicht mehr möglich. Alles was aus dieser Routine ausbrach, verursachte Angstzustände und das Gefühl „Das schaffe ich nicht!“

Gibt es einen Ausweg?

Wie bin ich aus dem Tief wieder rausgekommen?

  • Ich habe mir eingestanden: Ich kann nicht mehr! Das ist alles zu viel! Und das war erleichternd! Die Einsicht, dass es so nicht weitergehen kann, war natürlich einerseits beängstigend, weil es mein ganzes Bild von mir selber auf dem Kopf stellte. Aber andererseits war es gleichzeitig befreiend!
  • Der nächste Schritt war dann: Hilfe holen! Und damit meine ich nicht nur die Hilfe von meinem Mann und meiner Familie und meinen Freunden, für die ich natürlich sehr dankbar bin. Ich meine professionelle Hilfe! Der Weg ging von Tagesklinik über Mutter und Kind Kur zu einer fast 2-jährigen Gesprächstherapie.

Aus dieser Hilfe ergaben sich dann die weiteren Schritte:

  • Abschied: Von vielen Dingen habe ich mich verabschiedet! Ich habe das Lehramtsstudium abgebrochen und geschaut, wie ich mit meinen schon vorhandenen Scheinen und einem Abschluss die Uni verlasse. Das Engagement in der Kirchengemeinde habe ich zurückgeschraubt. Von falschen Freunden, die nur genommen aber nicht gegeben haben, habe ich mich getrennt. Die Arbeit bei meinen Eltern haben wir neu organisiert und inzwischen ganz damit aufgehört.
  • Nein-Sagen: Definitiv etwas, was ich lernen musste. Und etwas, woran ich mich auch heute immer mal wieder erinnern muss! Ich muss nicht auf allen Hochzeiten tanzen! Ich muss nicht Allzeit bereit sein! Es ist okay, einfach mal an mich zu denken und etwas abzulehnen, wenn ich keine Lust habe, wenn ich weiß, dass es mir nicht gut tut, oder wenn einfach die Zeit dafür gerade nicht vorhanden ist!
  • Bewusst Ja-Sagen: Gleichzeitig habe ich mich ganz bewusst für einige Dinge entschieden! Ich habe festgestellt, dass Beratung das ist, wofür ich brenne! Das Kinderschwimmen bereitet mir Freude. Die Elternvertretung fand ich weiterhin wichtig.
  • Prioritäten setzen: Das Setzen von Prioritäten ergibt sich aus dem Ja-Sagen. Ich habe festgestellt, dass meine oberste Priorität von all den unterschiedlichen Lebenshüten, die ich immer noch aufhabe, meine Familie ist! Alle weiteren Prioritäten wechseln immer mal wieder die Reihenfolge, aber an erster Stelle steht das Ziel, dass es mir und meiner Familie gut geht!
  • Meinen Lebensstil kennenlernen: Durch das Beschäftigen mit mir selber, habe ich viel über mich gelernt. Warum ticke ich so, wie ich ticke? Was habe ich von meinem Verhalten? Was ist mir wirklich wichtig? Somit kann ich verstehen, warum es zu dem Burnout gekommen ist und gleichzeitig rechtzeitig zu erkennen, wenn ich wieder in alte Muster verfalle.
  • Ansprüche runterschrauben: Ganz wichtig beim Beschäftigen mit meinem Lebensstil war festzustellen, wer mir denn den ganzen Druck macht. Das war ich mit meinen großen Ansprüchen an mich selber.
  • Entspannung lernen: Ohne meinen Zusammenbruch wäre ich heute wahrscheinlich nicht als Entspannungspädagogin tätig! Eine großartige Therapeutin in der Tagesklinik hat mir die Progressive Muskelentspannung beigebracht und daraus hat sich mein Interesse für Entspannung entwickelt. Zudem habe ich auch wieder gelernt, dass ich super mit einem guten Buch oder in der Badewanne entspannen kann. Nun ist es mein Wunsch anderen Menschen zu helfen IHRE eigene Entspannungsmethode kennenzulernen.

Unterm Strich kann ich also sagen, dass die zwei Tropfen, die mein Fass zum Überlaufen gebracht haben, mir langfristig gut getan haben. Alle Strategien, die mir geholfen haben wieder aus dem Tief herauszukommen, helfen mir weiterhin nicht wieder auszubrennen. Wer weiß, wie lange ich sonst so weitergemacht hätte? Wie hätte ich bei all den Aufgaben genug Zeit für mich und Mann und Kinder gehabt?

Mein Fazit für andere Mütter?

Die ersten Schritte sind das Anerkennen, dass es zu viel wird und das Hilfe holen!  Hilfe von außen ist okay, ganz egal ob in Form von Beratung, Coaching, Therapie, Workshops, Seminaren, Kursen… Was immer uns hilft, holen wir uns diese Hilfe! Wir können dem Burn-out vorbeugen, wenn wir die Gefahr nur rechtzeitig erkennen und Ernst nehmen! Hätte ich mir vorher Hilfe geholt, hätte ich mir die Zeit des Zusammenbruchs wahrscheinlich einfach sparen können…

Gerne unterstütze ich Euch auf Eurem persönlichen Weg, sei es in einer persönlichen oder Skype-Beratung oder einem Entspannungs- bzw. Stressmanagement-Kurs. Als ersten Schritt, habe ich euch die „7 Tipps entspannter Mütter“ zusammengestellt.

Haltet nicht durch – handelt lieber rechtzeitig!

 

Quelle Bild: pixabay / Counselling

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